Nur eben kurz die Route, am Sonntagmorgen erst durchs industrielle Baskenland, z.B. Mondragon, dann hinauf – teils heftig steil – auf die Höhe und an den See von Ullibarri. Die Landschaft ist südlicher. Vitoria / Gasteiz mit mehrtägigem Fest der weißen Jungfrau.






Fiestas de la Virgen Blanca – und andere Feste
„Heute ist Festival“, so begrüßt uns die Wirtin in den Bergen, einem angeblich ganz ruhigen Ort. Immer am ersten August Wochenende steppt hier der Bär.
Wir sind gespannt, wie hier gefeiert wird. Am frühen Abend ziehen Mütter mit ihren Kindern durch den Ort, begleitet von ein paar Akkordeon–Spielerinnen und Schellenkranztamburins, gesungen werden baskische Volkslieder. Währenddessen glüht die Dorfjugend vor mit Cola-Rotwein und andere Mixgetränken. Gegen 21 Uhr kehrt man im Gasthaus oder anderen in Hofeinfahrten zurecht gemachten Tafeln ein. Serviert werden traditionelle baskische Spezialitäten: gebratene Weißbrotscheiben in Bouillon mit Safran, ein Innereien-Gericht, Schmortopf mit Kartoffeln und zum Dessert eine Art Milchreis mit Kaffeegeschmack. Dazu Vino tinto und Wasser. Wir sind inzwischen abgefüllt und fertig. Die Einheimischen legen erst los. Wieder werden gemeinsam Lieder gesungen, schöne baskische Melodien. Ab Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden feiert die Jugend bei Discomusik, die Bässe wummern durch die Ohropax hindurch.
Festival Nummer 2: Virgen Blanca in Vitoria Gasteiz
Zwei Tage später landen wir mitten in einem der bedeutendsten Stadtfeste der baskischen Hauptstadt, dem Fest zu Ehren der Stadtpatronin, der Virgen Blanca. Vier Tage steht die Stadt Kopf.
Diesmal entdecken wir als Villinger Vertrautes: Blaukittel und rote Halstücher und verkleidete Gruppen, die Musik machend und singend durch die Stadt ziehen. Das erinnert doch schon sehr an die Villinger Fasnet.
Wir lesen im Internet, dass zum Auftakt des Festes auf dem Hauptplatz der Celedon, ein Baske mit Regenschirm vom Himmel herabgelassen wird. Das ist doch wie die Befreiung vom Kater aus dem Romäusturm, oder?
Wieder erleben wir sehr trinkfeste Vitorianer*innen und lautes buntes Treiben in der Stadt. Wir sind mitten drin in einem eigentlich wunderschönen Quartier untergebracht und werden wieder bis in die frühen Morgenstunden gut beschallt. Während am frühen Morgen die letzten Festgäste nach Hause torkeln, beseitigen die Männer und Frauen der Stadtreinigung den Müll und spritzen die Plätze sauber.
Ein weiterer Festtag kann beginnen.
Die Berge und Landschaften südlich von Vitoria
Am Montag, die Landstraße nach Süden führt durch die Enklave von Trevino, die zu Kastilien gehört. Dort einige nahezu verlassene Dörfer, eine romanische Kirche, viel Landschaft. Penacerrada liegt wieder im Baskischen, von dort führt die Straße teils steil, teils gefällig hinauf auf 1.100 Meter über die Sierra de Cantabria. Der „Balcon de la Rioja“ gibt einen hervorragenden Überblick über die Landschaft Rioja.




Nach rasanter Abfahrt Weinberge ohne Ende, Weindörfer, Ausblicke. Leza, Navaridas, Weingüter nördlich von Laguardia, Ausgrabungsstätte La Hoya und Laguardia als mittelalterliche Stadt. In Elciego gibt es das von Frank Gehry entworfene Hotel zu sehen, zumindest aus der Entfernung. Durch die Hügel und nicht ohne einmal kurz nachzuladen nach San Vicente de la Sonsierra. — Bilder dazu im folgenden Beitrag über La Rioja …
Hier mal wieder eine Naviki-Routen-Doku, wie geplant, ähnlich gefahren mit Variationen nördlich von Laguardia: https://www.naviki.org/de/naviki/static/map/way/61b70fe8-b954-4f84-a657-ee0a9150f2b0/


Schreibe einen Kommentar