In der südlichen La Rioja

Unsere Stationen haben so wohlklingende Namen wie San Vicente de la Sonsierra und Santo Domingo de la Calzada. Wir haben einige sehr besondere kulturelle Orte besucht, etwa das Monasterio de Santa Maria del Salvador in Canas, die Klöster de Suso und de Yuso in San Millan de Cogolla und die Kathedrale in Santo Domingo de la Calzada (die mit dem Hahn und dem Huhn).

Weingebiet La Rioja, hier noch im Baskischen

Rund um Laguardia wetteifern die Winzer auch mit der Architektur. Das Weingut Ysios ist beeindruckend und gewaltig, nebenan die (am Montag geschlossene) Ausgrabungsstätte La Hoya (ich erinnere an den Ort meiner Kindheit gleichen Namens, allerdings in Niedersachsen), schließlich das von Frank Gehry entworfene Luxushotel in Elciego.

Klöster in der südwestlichen Rioja

Südwestlich von Najera liegt in Canas des alte Zisterzienserkloster „Monasterio de Santa Maria del Salvador“. Der junge Mann an der Kasse war zum Erasmus-Austausch in Winnenden gewesen.

San Millan de Suso und de Yuso – in San Millan de Cogolla

Im Süden der Rioja beginnen wieder Berge. Hier ist ein Ort von besonderer Bedeutung für spanische Geschichte und Kultur. Das obere Kloster „de Suso“ geht auf eine Einsiedelei zurück, liegt mitten im Wald und ist sehr alt.

Unten im Dorf liegt das repräsentative Kloster „de Yuso“. Hier sind in der Bibliothek alte Schriften aufbewahrt, auf die die spanische Sprache sich gründet.

San Millan de Cogolla
San Millan de Cogolla – von einem wunderbaren Restaurant aus gesehen

Kunst und Kultur

Vor ein paar Jahren waren wir schon mal im Baskenland, damals ausgiebig in Bilbao und haben dort das Guggenheim Museum erkundet. Jetzt schlendern wir ums Museum Atrium in Vitoria-Gasteiz. Im Außenbereich sind Metallskulpturen zu sehen, unter anderem von Richard Serra. Das erinnert ans Guggenheim. Anders der quadratische Innenhof, das Atrium, hier wird man durch die regionale Pflanzenwelt geführt. Durch Bullaugen kann man in die Ausstellungsräume schauen, das macht neugierig. Leider bleibt das Atrium während des Stadtfestes geschossen.

Auf der Tour durch das Rioja Weinbaugebiet muss ich an einen Filmbeitrag im Weinmuseum dem „Cite du Vin“ in Bordeaux denken. Dort wurde gezeigt, wie bedeutende Weinanbauer es verstanden haben, sich entsprechend zu präsentieren, wie zum Beispiel den großen Chateaus bedeutender Weingüter. China macht’s nach und legt noch ein paar Stockwerke drauf. Auch die Riojaner bauen Weinkathedralen, wie das Weingut Ysios, in der Nähe von Laguardia.

Nicht weit davon entfernt davon lässt sich das Weingut Herederos nicht lumpen und engagierte Frank Gehry, der ein Luxushotel in die Landschaft baute, das einen beim herunter Radeln ins Tal zunächst ziemlich blendet und dann an bunte Metallbänder erinnert, die Vögel verscheuchen sollen. Und wieder kommt mir das Guggenheim in den Sinn.

Das ist das Schöne beim Radfahren: neben eindrucksvollen Landschaften kommt man einfach so vorbei an kulturellen Highlights, sei es moderne Architektur, wie in Ysios oder Elciego oder uralte Kunst wie dem beeindruckenden Kloster San Millan de Suso.

„Alle Wege führen nach Santiago“ – auf dem Jakobsweg

Wir kreuzen immer wieder Stationen des Camino de Santiago. Doch manche sind bekannter und herausragender als andere.

Bekannte Pilgerorte wie Santo Domingo de Calzado sind angenehme Orte für Reisende. Sie halten eine gute Infrastruktur vor (essen, trinken, schlafen, Wäsche waschen) und meistens gibt es Sehenswürdiges anzuschauen, z.B. die hiesige Kathedrale mit dem wunderschönen Gewölbe mit Innenbalkon und dem kuriosen Hühnerkäfig in der Kirche mit lebendigem Hahn und Huhn.

Zwischen dem Herbergssort und den Pilgersleuten herrscht ein ausgewogenes Geben und Nehmen, trägt doch die „Pilgerei“ beträchtlich zum Wohlstand der Orte bei.

An den Badelatschen und verpflasterten Füssen sind sie zu erkennen, die sich von den Tagesstrapazen erholenden Pilger. An den Tischen vor den Bars werden munter in englisch, deutsch, französisch und spanisch Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte gepflegt.

Um 22 Uhr ist meist Schichtwechsel, denn manche Herbergen schließen nun ihre Pforten.

Jetzt nehmen die Einheimischen wieder ihre Plätze ein und trinken gemütlich einen Vino tinto oder eine cervecia … lokale Raciones kommen auf den Tisch, Schluss mit Spaghetti und anderer nahrhaften Wanderverpflegung;-).

Auf unserem Heimweg in Hostal entdecken wir Jakobsmuscheln aus Metall, die als Wegweiser auf der Hauptroute durch den Ort in den Boden eingelassen sind.

Man ist stolz auf den zum Weltkulturerbe erhobenen „Camino de Santiago“. Wir werden immer wieder freundlich gefragt, ob wir Pilger seien. Und ein bisschen sind wir es ja auch, denn wie gesagt, „Alle Wege führen nach Santiago“.


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Kommentare

4 Kommentare zu „In der südlichen La Rioja“

  1. Christine Bartenbach-Flaig

    Liebe Andrea, lieber Wolfgang,

    das sind ja sehr beeindruckende Bilder und Berichte. Soviel Erlebtes und Gesehenes in so kurzer Zeit.
    Ich wünsche Euch gute nächste Tage.

    GLG, Tine

    1. Hallo, wir machen grad Pause in Leon, morgen gehts Richtung Nordnordost auf die Picos zu. Wird Zeit, diese heiße Gegend zu verlassen. Lieben Gruß

  2. Werner Flaig

    Hallo Ihr Beiden,
    super Bericht, super Bilder. Erinnerungen werden wach ans Rioja-Gebiet und an die Weine dort. Falls ihr über Logrono weiterfahrt ist das Weingut Baron de Ley in der Nähe von Mendavia. Der Jahrgang 2016 war besonders gut (nach meiner Ansicht).
    Ich wünsche euch frohes Weiterfahren, weiterhin tolle Erlebnisse und gemeinsam eine schöne Zeit.
    Werner

    1. Ja, wir sind in die andere Richtung abgebogen, auch da gab es leckere Weine. Hier in Leon haben wir gestern eine sehr sympathische Kneipe mit kleinen Sachen zum Essen gefunden. Wenn die Hitze bald mal nachlässt, gehen wir rüber. Beste Grüße

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