Rias Altas werden die fjordartigen Flussmündungen im Norden Galiciens genannt. Die Ria de Ribadeo haben wir am Rande einer Autobahnbrücke (für mich mit Angstzuständen) überquert. Ansonsten führte uns Naviki wieder bewährt auf kleinen, reizvollen Straßen und Wegen – immer wieder auch in Küsten- und Strandnähe. Bei schönem Wetter hatten wir viel Freude.




Noch weit genug von der Playa de las Catedrales entfernt nahmen wir mit Blick auf den Strand unser zweites Frühstück mit Toast in Olivenöl und Tomatenmus getränkt.
Dann plötzlich Busse, riesige Parkplätze, Fußwege am Rand, ordentlicher Asphalt überall: der berühmte Strand. Wir warfen vom Sträßchen aus einige Blicke, und nichts wie weg und weiter. Über kleine Straßen und viele Hügel kamen wir an die Landstraße nach Ferreira, verzichteten (nach einem Blick auf die Mittelgebirgslandschaft ringsherum) auf den Abstecher zur Catedral San Martin de Mondonedo und waren nach etlichen Kilometern zur nächsten Pause in Ferreira (Valaduoro).
Der Berg-Übergang nach Viveiro war angenehm zu fahren, viel Laubwald, dann auch Eukalyptus, bewirtschaftet, gerodet, angepflanzt, angenehm im Geruch, doch ökologisch fragwürdig (wächst schnell, brennt gut). Viveiro ist jetzt für zwei Nächte unsere Station.
Viveiro
Pausentag mit Gängen in die Stadt, zum Markt, zum Sportgeschäft, zum Strand, zum Hafen. Ferienwohnung, Spaghetti. Sonniges Wetter.





Bares, nördliches Kap
Für die zweite Tageshälfte ist Regen angesagt, so nehmen wir die Küstenstraße (mit einer kleinen Schlaufe über O Vicedo), fahren über die Ria-Brücke Manon und kommen nach O Barqueiro.


Wir fahren erst einmal durch über Vila de Bares zum Nord-Kap Estaca de Bares, dem nördlichsten Punkt der iberischen Halbinsel, solange das Wetter hält. Anschließend noch auf eine kleine Pause hinunter nach O Porto de Bares, einem abgelegenen Hafendorf.




Zurück nach O Barqueiro, ab dort schöne kleine Straßen nach Westen zum Strand Esteiro. Naviki führt uns herrliche Wege: die Straße mündet in einem Parkplatz – „fahre links den Weg“. Da geht es einen Strand-Bohlenpfad hinein. Nach einigen hundert Metern nach einer Brücke beginnt eine gut asphaltierte kleine Straße, die zu Ansiedlungen und Stränden führt.


Oberhalb des Strandes von Picon geht es zu einem wunderbaren Aussichtspunkt auf die Küste und den Strand, ein paar Bänke, ein Wagen mit Getränken und kleinen Speisen – ein ausgesprochen besonderer Ort.



Über Celtigos fahren wir nach O Porto de Espasante, einem freundlich wirkenden Urlaubsort. Pause mit geteiltem Bocadillo. Und jetzt kommt schließlich der Regen, die letzten Kilometer nach Ortigueira hat’s teilweise ordentlich geschüttet. Wir tauchen für einige Tage ab in einer Ferienwohnung mit Sohn, Schwiegertochter und Enkel – bis bald!
Wetterstandsmeldung: bei uns keine Unwetter, gut 20-25 Grad, vormittags Strandwetter, nachmittags mal Regen, eher normales Wetter für die Gegend hier im äußersten Nordwesten Spaniens. Also keine Sorgen!
A Coruña – Rückblick und Anreise
Donnerstag, 7. September, Praza de Maria Pita. Ich bringe unseren Blog wieder auf den Stand. Die Familienzeit haben wir sehr genossen, vor allem auch die gemeinsame Zeit mit dem Enkel. Von zwei Ausflügen mit dem Auto berichte ich kurz. Der eine führte uns über Carino zum Cabo Ortegal. Dieses Kap ist fast so nördlich wie das von Bares, doch deutlich spektakulärer. Von dort sind wir hinauf auf die Sierra de la Capelada, und dort auf den höchsten Aussichtspunkt. Sturm peitschte Wolken über den Höhenzug, die Windräder drehten sich mit großer Geschwindigkeit, oben an der Kante der Klippe (Garita de Herbeira) war es mühsam, sich aufrecht auf den Beinen zu halten. Ein auch körperlich beeindruckendes Erlebnis. Der Ausklang war dann in Cedeira im Städtchen und am Strand.



Der zweite Ausflug führte an Orte, an denen Andrea und ich einige Tage zuvor vorbei geradelt waren. Die Aussichtsklippen bei Loiba (Picon-Strand) und ein Strand, der über die uns bekannten Holzbohlen zu erreichen war, Playa de Esteiro. Wir sind nahezu die einzigen am großen Strand, die großen Wellen sind gewaltig und lassen uns nur bis zu den Knien ins Wasser.




Gestern wollten wir eigentlich mit dem Zug von Ortigueira über Ferrol nach A Coruña fahren. Beim Umsteigen in Ferrol hieß es dann, dass normale Räder nicht mitgenommen werden, nur geklappte. Da war Naviki gefragt, eine Route für die gut 50 Kilometer zu finden. Vier Ria-Mündungen waren dabei zu überqueren, dies jeweils auf großen Straßen, die Rias von Ferrol, von Betanzos (2 Flüsse) und von Coruña. Dazwischen aber auch kleine Sträßchen in schöner Landschaft. Aber ich wusste schon, weshalb ich hier nicht so gern fahren wollte.
A Coruña – in der Stadt
Die Stadt zu besuchen lohnt sich auf jeden Fall. Die Lage mit dem natürlichen Hafen, die Architektur aus unterschiedlichen Zeiten, das Leben am Hafen und in der Stadt. Gewöhnungsbedürftig das große Kreuzfahrtschiff (MSC Fantasia), das den ganzen Tag im Hafen liegt, mit Hunderten (oder wohl besser Tausenden?) Leuten in der Stadt, man spricht deutsch.


Mit öffentlichen Bussen fahren wir raus zum Herkules-Leuchtturm, der auf einen römischen Bau zurückgeht. Die Kreuzfahrtleute kommen meist in eigenen Bussen oder einige auch als Radfahrergruppe.


Hier kommen noch einige Eindrücke aus A Coruna.




















Neue Pläne
Jetzt im Übergang von erstem Monat und Familienphase nehmen wir unsere Reise als Ganze in den Blick und haben den Eindruck, dass wir unsere Pläne hier und da ein wenig straffen sollten. Doch für die nächsten Tage steht so oder so die Costa da Morte auf dem Plan. Der Name kommt von vielen Schiffbrüchen und den von daher Gestorbenen. Die europäischen Omega-Wetterlage beschert uns etwas unruhiges Wetter, was jedoch meist freundlich abläuft, heute zB 26 Grad und heiter bis wolkig.


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