Costa Verde II, Asturia

Sonntagsstationen

Santianes: Heute ein kleines Dorf bei Pravia, in dem die Dorfkirche alte prä-romanische Teile hat, geschichtlich aber bedeutend, ist es wohl die erste der prä-romanischen Kirchen Asturiens, 787 gegründet. Einer der frühen asturischen Könige verlegte seinen Hof nach Pravia, einem Schnittpunkt von Römerstraßen. Die Kirche wurde zu einem gewissen Symbol in der Auseinandersetzung mit den Mauren. San Juan Evangelista de Santianes.

Muros de Nalon; Nalon heißt der Unterlauf des Flusses, der hier als Ria de Pravia ins Meer fließt. Es kleines, früher vom Bergwerk bestimmtes Städtchen, das mit dem Fahrrad auf teils steilen Wegen zu erklimmen ist. Gerade, bevor es zu schütten beginnt, sitzen wir unterm Schirm beim Tee.

San Esteban: Hafen von Muros und Pravia, schöne Hafenzeile, Aussichtspunkt Ermita del Espiritu Sanctu oberhalb, Blick über die Küste.

Mirador de La Atalaya: ein weiterer beeindruckender Aussichtspunkt aus ordentlicher Höhe im Verlauf der Straße in Richtung Muros nach Westen.

Mirador Atalaya, Asturien

Playa de Aguilar: die AS 317 führt direkt hinunter an den Strand, an dem nur wenige Menschen unterwegs sind, Wind, Wellen, Niesel, Luft und Wasser so um die 20 Grad. Der Strand ist links und rechts von hohen Felsen eingerahmt.

Cudillero: Tagesziel und Quartier, heute touristisch recht überlaufen, doch beeindruckend vom Hafen die Hänge hinauf. Wir haben ein Hostel an ruhiger Stelle eher am Rande.

Cudillero, Hafensicht
Cudillero, Häuser oben im Dorf
Cudillero, Asturien

Montags im Regen

Parallel zur Küste führt die alte Nationalstraße, die durch die parallele Autobahn an manchen Stellen nicht mehr viel benutzt wird. Doch haben wir wegen der Abwechslung einen Teil der Strecke ins Hinterland gelegt und sind bald nach Cudillero auf die „gelbe“ Straße in Richtung Brieves abgebogen. Es wurde nach San Cosme immer einsamer. Lange begegnete uns kein Auto, die Straße wurde schmaler, viele pflanzliche Teile wiesen darauf hin, dass wir seit einiger Zeit wohl die ersten dort waren. Es ging durch eine tolle Schlucht, bevor die Landschaft vor Arcallana wieder etwas weiter wurde.

Wald und Tal, Asturien

Im kleinen Weiler Les Cruces ging es zunächst (im Dorf) steil, dann aber gemäßigt hinauf, bis wir bald am Übergang Alto Carbonin (432 m) waren. Es ging dann zur Ermita de San Roque mit wunderbarer Aussicht auf die Küste, bevor es hinunterging nach Ballota. Zunehmend war das Regencape nötig. Auf der hier kaum befahrenen Nationalstraße fuhren wir bergauf, bergab bis zum schönen Dorf Cadavedo / Cadaveu, wo es einen Laden und beim Camping eine Bar gab. Warmer Tee, Gebäck.

Der Abstecher an die Playa de Cueva fiel regenbedingt aus, wir haben den schönen Strand aber von oben von der Straße aus gesehen. Bei Barcia verließen wir die große Straße – und auch der Regen hörte auf. Auf kleinen Sträßchen ging es zum Faro de Luarca (Leuchtturm mit Kapelle) mit großartiger Aussicht auf die wilde Küste und den Hafen und das Hafenviertel von Lluarca. Wir haben ein kleines Hotel in der Nähe des Hafens. Heute Abend dürfte es Fisch geben.

Luarca, Hafen

Dienstag – rotes, neues Cape vom Chinesen

Wie kommt man von Luarca am besten in Richtung Westen auf die Höhe, weil Luarca tief eingeschnitten an Flussmündung, Hafen und Meer liegt? Naviki empfahl am Strand entlang und dann ein Sträßchen in Serpentinen hinauf – das Sträßchen jedoch erwies sich als Grasnarbe, also unbrauchbar. Variante zwo war eine kleine Straße mit Kopfsteinpflaster und gehöriger Steigung, also auch nichts für uns. Die N 634 geht natürlich, ist aber viel von Autos befahren, was insbesondere bergauf nicht schön ist. Variante vier war dann von Naviki auch befürwortet, führte zunächst auf angenehm kleiner Straße nach Süden aus dem Ort, was einen gewissen Bogen bedeutete, aber was soll’s. Dann jedoch musste durch einen Flusseinschnitt eine Verbindung zu anderen Straßen hergestellt werden: also steil hinunter, dass ich eigentlich absteigen wollte, dann ebenso steil wieder hinauf – wie ich das hasse!

Der erste Abschnitt führte dann viel auf die Nationalstraße, es regnete regelmäßig, wir kamen ans Meer nach Puerto de Vega. Am Hafen ganz schön, Teepause. Der zweite Abschnitt ging dann über eine kleinere Landstraße nach Navia, einer eher sachlich-praktischen Stadt. Bis dahin immer noch Regen, macht nicht wirklich Spaß. Wieder Pause, trocknen, aufwärmen, wobei es nicht wirklich kalt ist, aber der Regen …

Dann wird’s trockener, etwas kommt sogar die Sonne raus, Naviki führt uns wunderbar kleine Straßen, am Hafen von Viavelez machen wir eine Stippvisite am Meer – das war eine wirklich gute Idee, solch ein friedlicher Fischerort, wenig touristisch. Kaum ist der Regen weg, macht’s sofort wieder Freude!

Station für die Nacht war dann Tapia de Casariego, ein kleiner, schöner Hafenort. Direkt daneben ein Wechsel von Felsen und Stränden. Mit unserem Quartier hatten wir wieder Glück, ein kleines Hotel etwas außerhalb des historischen Zentrums.

Veränderungen

Wir verabschieden uns mit dieser Station von den von zu Hause aus geplanten Quartieren. Wir verabschieden uns nach 13 Nächten in Asturien von Asturien. Und wir lassen dann auch die Schar der Jakobswege (zumindest für einige Zeit) hinter uns. Ich bin sehr dankbar, dass wir diese ersten vier Wochen so gut realisieren konnten, ohne Pannen, ohne Unfälle, ohne sonstige Widrigkeiten, nur mit der selbst gewählten Routenänderung nach Oviedo.


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