Picos de Europa II

Eine andere Welt: Cangas dˋOnis ist wohl der zentrale Ort der asturischen Picos. Über die Pässe Punto de Panderruedas (1.450 m) und Punto del Ponton (1.280 m) ging es durch das schöne Bergdorf Oseja de Sajambre durch die teils enge und vor allem viele kilometerlange Schlucht des Flusses Sella. Die Schlucht trägt im Kern den Namen Desfiladero de los Beyos. Nach diesem genussreichen Radlertag sind wir nun mitten im trubelig-touristischen Cangas gelandet. Eine andere Welt.

Picos de Europa, Blick von Santa Marina de Valdeon
Ein letzter Blick auf die „Corona“ (2.596 m) auf dem Weg hinunter nach Posada de Valdeon
Felsdurchbruch und Schlucht bei Oseja de Sajambre

Morgen wollen wir mit einem Bus hinauf zu den Seen „Lagos de Covadonga“ fahren und dort schön in den Bergen wandern. Gestern habe ich schon im Quartier mit Unterstützung der spanischen Zimmernachbarin versucht, online die entsprechenden Tickets zu bestellen. Das hat nicht geklappt, offensichtlich auf Grund von Problemen des Anbieters. Heute also gleich zur Tourist-Info, ja, das geht am Busbahnhof. Also zum Busbahnhof, in der Schlange angestellt, nein, das geht leider nicht. Wir kommunizieren mit dem mittlerweile bewährten Translater eines bekannten amerikanischen Anbieters. Sie kann auch nicht reservieren, hat Probleme mit der Software. Ja, wir sollen am besten morgen um acht da sein, aber ob’s dann klappt? Später hat’s Andrea noch einmal online probiert, es ging problemlos.

Lagos de Covadonga

Wir sind dann also heute morgen um acht tatsächlich mit dem ersten Bus in die Berge gefahren, schon die Busfahrt durch die Landschaft war diesen Ausflug wert. Es kam dann Bus auf Bus, es wurden große Scharen herauf transportiert, wir sind gleich zum oberen See Ercina und haben dort einen Bergwanderweg eingeschlagen. Natur pur, nur wenige Leute, davon etliche von vorn uns entgegen, sie hatten oben auf der Hütte übernachtet.

Ein gut begangener alpiner Weg, Alpenflora, grasende Kühe, am Himmel große Vögel, vermutlich Geier. Der Himmel eher bewölkt, wir sind vielleicht anderthalb Stunden emporgestiegen, haben dabei noch eine Alm überquert – dann im Gras gevespert und gemütlich genießend wieder zurück.

Lagos de Covadonga, See mit Kühen
Lagos de Covadonga, Bergwandern
Lagos de Covadonga, Alm oberhalb
Lagos de Covadonga, Lago Ercina

Das Kerngebiet rund um die Lagos de Covadonga war mittlerweile ziemlich voll, wir haben uns dann bald in die Schlange für die Busse gestellt. Kurze Pause noch in Covadonga, um einen Blick in die Kirche und die Grotte zu werfen.

Info: Die Seen von Covadonga liegen im Nationalpark „de los Picos de Europa“ auf etwa 1.100 m Höhe. Im Sommer ist die schmale Zufahrtsstraße für private Autos gesperrt, insofern fahren viele Busse hinauf. Wir haben uns diese Auffahrt mit den Rädern gespart, obwohl sie von der Vuelta bekannt und beliebt ist.

Info: Covadonga ist mit Grotte und Kirche so eine Art National-Heiligtum in Spanien. Es liegt auf etwa 250 m. Im Jahr 722 fand dort wohl ein lokales Scharmützel zwischen einer christlichen und einer muslimischen Gruppe statt. In der nationalen (oder nationalistischen?) spanischen Geschichtsschreibung wurde dies zum Ursprungs-Event der Reconquista. Über Jahrhunderte hinweg wurden nach und nach die muslimischen Besatzer/Einwanderer samt Religion und Kultur aus Spanien verdrängt, bis 1492. (Ich lese gerade spanische Geschichte und mache mich etwas kundig.)


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